Verfolgst du Ziele, erlaubst du dir zu wünschen, gehst du deinen Träumen nach und siehst du deine Vision?

Ziele

 

Immer wieder höre ich im spirituellen Umkreis „Ich habe keine Ziele. Ich verfolge keine Ziele. Ich folge meinem Herzen.“

Das klingt so toll und teilweise auch beeindruckend. Doch ist da ein Denkfehler.

Die meiste Zeit in meinem Leben war ich gegen Ziele. Ich genoss es in den Tag hineinzuleben und einfach zu schauen, was der Moment mir bringt. Wenn der Impuls da war, nach Draußen zu gehen und Fußball zu spielen, dann habe ich das gemacht. Wenn ich draußen war und dann doch lieber auf einen Baum klettern wollte, habe ich das gemacht. Da waren keine Gedanken wie „richtig oder falsch“ und auch kein Bewusstsein für „Ich brauche ein Ziel für heute, damit ich am Abend weiß, was ich geschafft habe.“

Das ist ja auch der natürliche, kindliche Weg. Einfach den Impulsen folgen und die eigenen und fremden Grenzen kennen lernen.

Was ich inzwischen als Missverständnis ansehe, ist die Behauptung, da wäre kein Ziel.

Mein Herzenimpuls setzt mein Ziel.

Ob ich dort hingelange und wie, ist eine andere Frage.

Wenn ich Fußballspiele, habe ich ein Ziel. Ich will den einen Ball mit dem Fuß oder dem Kopf ins Tor bekommen. Wie, ist eine andere Frage, ob, ist eine andere Frage. Doch das ist mein ganz klares Ziel: Ball soll ins Tor.

Nicht mit der Hand, mit dem Fuß. Nicht daneben, sondern da rein.

Wenn ich jetzt sage: „Ich habe keine Ziele.“ – dann stimmt das einfach nicht.

Entweder mache ich mir dann selbst etwas vor, denn mein Herz oder Kopf sagt mir ja, was ich tun soll. Und ich folge diesem oder nicht.

Oder ich lehne alles ab, was mit Zielen zu tun hat. Und das sorgt für Sinnlosigkeit und Antriebslosigkeit. Das heißt, die Impulse sind da, die Gedanken sind da, aber ich erlaube es mir nicht, weil das ja zu verbindlich ist. Oder eben zu zielgerichtet. Oder warum auch immer.

Lange gehörte ich zu der zweiten Fraktion. Angetrieben von dem Wunsch, mich frei zu fühlen, mich nicht festzulegen und immer dem folgen zu können, was ich doch will.

Heute mache ich nichts mehr ohne Ziele. Und zwar Ziele, die mir mein Herz vorgibt. Das können Mikro-Ziele wie „gehe raus, gehe ein bisschen spazieren“ sein.

Und das für mich wirklich, wirklich entscheidende dabei ist, dass das „wie“ flexibel bleibt. Es gibt ja so viele Möglichkeiten, spazieren zu gehen. Also lasse ich mir nicht von meinem Verstand vorschreiben, wie ich spazieren zu gehen habe.

Wünsche

 

Beim Wünschen denke ich automatisch an Weihnachten und Geburtstag. Das war bei uns immer die bewusste Zeit des Wünschens und meine Eltern und Großeltern haben immer viel dafür getan, um mir und meiner Schwester die Weihnachts- und Geburtstagswünsche zu erfüllen. Ein großartiges Gefühl.

Ich weiß noch, wie ich immer wieder überrascht war, wie das funktionierte. Ich wünschte mir etwas, und ich bekam es dann meistens auch. Und doch war ich mir dessen nie sicher. Nie. Es war nie eine Selbstverständlichkeit, so dass ich immer überrascht und voller Freude war, wenn ich es dann auch wirklich bekommen habe.

Und diese Grundhaltung habe ich mir beim Wünschen beibehalten.

Mir etwas zu Wünschen kennt keine Grenzen. Ich schränke mich in meinen Wünschen nicht ein. Und ich schreibe dem Leben und anderen Menschen nicht vor, ob und wie es meine Wünsche zu erfüllen hat. Ich stelle keine Forderung und ich hege keine Erwartungen.

Ich wünsche. Hemmungslos.

Dabei bleibe ich offen für das, was mir das Leben serviert.

Ich halte nicht an meinen Wünschen fest, doch ich schränke mich auch nicht ein.

Mein Wünschen kennt keine Grenzen.

Träume

 

Durch mein Träumen erhalte ich eine Vorstellung von dem, was alles möglich ist.

Das Träumen ist wie eine Vorschau, wie ein Trailer von einem Kinofilm, so dass ich entscheiden kann, ob ich mir den ganzen Film anschauen möchte oder nicht.

Durch das Träumen kann ich sehen und fühlen, wie es ist, wenn der Inhalt des Traumes Wirklichkeit wird.

Es ist ein Vorgeschmack auf das, was kommen kann.

Und wenn sich der Traum wiederholt oder wenn ich mich bewusst so einem Traum hingebe, oder wenn ich merke, dass es sich richtig gut anfühlt, dann kann ich daraus ein Ziel machen und/oder einen Wunsch formulieren.

Visionen

 

Eine Vision ist wie ein unkonkreter Traum. Ich nehme das, was ich möchte, als großes Ganzes wahr, ohne dabei ins Detail zu gehen. Es ist ein klares oder auch verschwommenes Bild, gepaart mit einem Gefühl. Es geht dabei wie gesagt nicht um das Detail, sondern um so etwas wie einen Zustand.

Deine Vision ist die Grundlage für deine Träume und Ziele.

Auch wenn du ohne deine Vision so vor dich hinleben solltest, erhältst du immer wieder Puzzleteile, aber dann weißt du halt nicht, wo du sie hinlegen kannst. Je klarer dir das Gesamtbild ist, desto einfacher ist es, die Puzzleteile zusammenzufügen. Du kannst natürlich auch einfach ausprobieren, wo wie was zufällig passt. Es kann allerdings auch sein, dass du ein Puzzleteil in den Händen hältst, das gar nicht zu dir und deiner Vision gehört. Und dann versuchst du verzweifelt das passende Gegenstück zu finden … ohne Aussicht auf Erfolg.

Wünsche sind optional und unterstützend, jedoch nicht ausschlaggebend, um die Vision klarer und wahrer werden zu lassen.

So siehst aus

 

Am Anfang steht also die Vision. Zum Beispiel „Menschen mit leckerem Eis zu versorgen“.

Wenn ich davon träume, egal ob Tag- oder Nachttraum, erhalte ich eine Vorstellung davon, wie das aussehen kann und vor allem, wie es sich anfühlen kann.

So träume ich vielleicht davon „eine Eisdiele mit selbstgemachtem Eis“ zu betreiben.

Aufgrund dieser „Vorschau“ erstelle ich meine ganz konkreten größeren und kleineren Ziele. Dies ist quasi auch meine Mission.

Freude erschaffen, durch selbstgemachtes Eis.

Damit fällt es mir leicht, meine Ziele zu definieren. Dabei ist es hilfreich, die Ziele so zu portionieren, dass sie auch erreichbar sind. Wenn ich mir als erstes das Ziel setze, den größten Eis-Umsatz in der ganzen Stadt zu machen, werde ich vermutlich scheitern. Also fange ich kleiner an, ohne dabei meine Vision aus den Augen zu verlieren.

Meine ersten Ziele könnten lauten: Location finden und Eis herstellen lernen.

Und wie ich die Location finde, breche ich wieder in kleine Ziele herunter.

Freunde fragen, Zeitungsanzeigen (gibt’s das noch) durchblättern, durch die Stadt laufen und nach „Zu vermieten“ ausschau halten.

Literatur über Eisproduktion suchen, nach Eisseminar googeln, Freunde fragen, ob sie sich damit auskennen und helfen können.

Die kleinen Ziele und Erfolge sich ganz, ganz wichtig. So lernst du und wird dir bewusst, zu was du fähig bist.

Wenn du einen Berg besteigen willst, dann kannst du auch nur einen Schritt nach dem anderen gehen. Wenn du mit einem Schritt oben sein möchtest, müsstest du ja nach den ersten Schritten sagen: „Ich kann das nicht! Oh mein Gott, ich schaffe das nie, ich müsste schon längst da sein ….“ und so weiter. Ich glaube du weißt was ich meine und ich glaube du kennst das auch so gut wie ich.

 

Und du?

Wie lautet deine Vision? Welche Träume schlummern in dir?

Ich lade dich ein, in dich zu gehen und das wahrzunehmen.

Und falls dir das schwer fällt, helfe ich dir gerne dabei. Denn das ist Teil meiner Vision: Andere Menschen dabei zu unterstützen, ihr ganzes Potential und ihre Möglichkeiten zu erkennen und vor allem zu leben.

In Freude und Leichtigkeit.

Ohne Wenn und Aber.

Und soviel sei auch schon mal verraten: Wenn deine Vision nichts mit anderen Menschen zu tun hat, wenn es nicht beinhaltet, dass es für andere Menschen etwas bringt, wird es dich nicht glücklich machen.

 

Marius Schäfer

Marius Schäfer

Persönlichkeits-Coach

Durch meine eigene Lebenskrise habe ich begonnen, mich damit auseinanderzusetzen, wie ich positive Veränderung in meinem Leben hervorrufen kann. Meine Erfahrungen teile ich hier mit dir.

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