Ja zum Nein - Marius Schäfer | Leben. Lieben. Lernen.

Wenn du in einem Leidens-Teufelskreis feststeckst, ist oft der leichteste Ausweg, „ja“ zum Nein zu sagen.

So wie ich das im Artikel „Spirituelle Missverständnisse“ beschrieben habe, unterliegen die meisten Menschen früher oder später einem bestimmten Phänomen, wenn sie sich bewusst und ausführlicher mit sich selbst und ihrer Spiritualität beschäftigen.

Meistens läuft das so ab: Früher oder später verschließen wir in unserem Leben aus Selbstschutz unser Herz. Denn wir alle wurden irgendwo belogen, betrogen, missbraucht, ausgelacht, gemobbt, verhöhnt und verpönt. Und weil wir dem glaubten, was uns da erzählt wurde, weil wir anfingen, uns mit dem zu identifizieren, was da mit uns gemacht wurde, verschlossen wir unsere Herzen. Das heißt, wir fingen an, uns zu verbiegen und den „Anforderungen“ (sei nicht so …) gerecht zu werden.

Ich hörte zum Beispiel immer wieder: „Du bist so faul. Intelligent, aber stinkfaul.“ – „Gut das zu wissen“, dachte ich mir. Das war mir so nicht bewusst. So speicherte ich in mir ab, dass ich faul und intelligent bin. Und mit Sicherheit war und bin ich das auch. Interessanterweise hatte ich da kein Problem mit. Womit ich ein Problem hatte war, wenn man mir sagte, dass ich dumm bin – was ich interessanterweise auch immer wieder mal hörte.

Meine Strategie war tendenziell eher der Rückzug. Flucht in … Zeichnen, Computerspiele, Musik, bevorzugt Heavy Metal, oder alleine für mich sein. Hauptsache weg von wem auch immer, der mich da verurteilte und mich in meinen Augen damit angriff.

Viele, viele Jahre später landete ich auf einem Seminar und lernte viele wunderbare Dinge über mich und das Leben. Ich lernte mich wieder zu spüren – körperlich und seelisch. Ich lernte die Zusammenhänge kennen und unterscheiden zu können, wofür ich verantwortlich war und wofür nicht. Ich lernte, in mich zu gehen und die Kausalitäten zwischen meinem Inneren und Äußeren erkennen und trennen zu können. Ich lernte, mich langsam wieder zu öffnen für das, was ist. Ich lernte mich besser kennen. Mit der Zeit lernte ich, was meditieren bewirken kann, was Atemtechnik bewirken kann, was sanfte Klänge in mir auslösen können und so einiges mehr.

 

Endlich etwas Neues

 

In der Regel lief das meistens so ab: Ich lernte etwas Neues kennen und es tat mir sehr gut, zum Beispiel meditieren. Also nahm ich mir vor, ab dem Zeitpunkt regelmäßig zu meditieren. Mindestens zweimal die Woche. Und das tat ich so ungefähr fast eine Woche lang, danach wurde es schwierig. Ich räumte dem nicht mehr die Wichtigkeit ein, denn mir ging es ja eigentlich gut. Wozu dann noch meditieren? Es dauerte nicht lange und ich war wieder ein regelmäßiger Nicht-Meditierer.

Dafür verurteilte ich mich ordentlich, denn schließlich hatte ich es mir vorgenommen und das sei doch was Gutes und, und, und.

Oh nein! Ich sollte mich doch nicht verurteilen! Ich hatte doch gelernt, alles darf da sein. Alles ist gut so, wie es ist. Oh nein, oh nein. Verdammt, und ich kriege das nicht hin. Ich dachte mir, dass ich zu dumm bin. Und faul auch noch. Oh nein, oh nein. Das wollte ich doch nicht sein.

Die Nein-Spirale

 

Ich hing in der Nein-Spirale fest, ohne es zu bemerken. Ich sagte „nein“ zu dem, was ist und sagte „nein“ dazu, dass ich „nein“ sagte.

Ein anderes Beispiel.

Eine Klientin hatte Probleme mit ihrem Partner. Sie war der Meinung, er kümmerte sich zu wenig um sie. Wenn er nach Hause kam, hockte er meistens vor dem Fernseher und war auch sonst kaum dazu zu bringen, mit ihr etwas zu unternehmen. Sie litt darunter, denn sie wollte einfach viel mehr unternehmen. Und je mehr sie auf ihn einredete, etwas zu unternehmen, desto bockiger, ja sogar richtig aggressiv wurde er. Für sie war klar, dass es Zeit war, dass er sich änderte, damit es ihr wieder besser ging.

Gemeinsam konnten wir „erarbeiten“, woher sie das Muster aus ihrer Kindheit kannte und was sie tun kann, um wieder mehr zu unternehmen, unabhängig davon, was er wollte oder nicht wollte. Soweit so gut.

Bei unserem nächsten Treffen verurteilte sie sich dafür, dass sie ihn nicht so sein lassen konnte, wie er ist. Das heißt, der Ärger ist von ihm auf sich selbst übergegangen. Aus der Fremdverurteilung wurde eine Selbstverurteilung.

Kennst du dieses Verhalten? Ich jedenfalls nur zu gut.

Und genau das ist diese Nein-Spirale, die dich noch mehr nach unten zieht.

Nein, nein, nein!

 

Zuerst passiert etwas, und das willst du vielleicht nicht. Also lehnst du es ab und sagst „nein“ dazu. Das löst logischerweise in dir etwas Unangenehmes aus und dann sagst du zu dem Unangenehmen in dir auch „nein“. Dann erkennst du, dass du es ja selbst in der Hand hast, wie es dir geht und du erkennst, dass es trotzdem nicht so läuft, wie du es möchtest und sagst auch dazu „nein“. So haust du dir eine Bratpfanne nach der anderen über die eigene Rübe.

Solange du innerlich „nein“ sagst zu dem, was schon so ist, leidest du. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Nein zum „Außen“ ist, also was um dich herum passiert, oder zum „Inneren“, also zu dem, was in dir vor sich geht oder wie du dich verhältst.

Der einzige Ausweg ist, ein „Ja“ zu dem, was ist und dabei ist es egal, wozu du davon „ja“ sagst.

Probiere einmal „Ja zum Nein“ zu sagen. Das heißt, bewusst und voll und ganz zu deinem „Nein“ zu stehen!

So wird aus:

Nein, mein Partner sollte nicht immer vor dem Fernseher sitzen.

Dann:

Nein, ich will nicht, dass mein Partner vor dem Fernseher sitzt. Ja, das macht mich wütend.

Fange an „Ja“ zu DEINEM „Nein“ zu sagen.

So wird aus:

Ich sollte viel gelassener sein und nicht von ihm und seinen Launen abhängig sein.

Dann:

Ich hasse es, wenn er so ist, wie er ist.

Ehrlich zu sich selbst

 

Ehrlich zu dir selbst zu sein, befreit dich.

So kommst du wieder zurück zu dem, was wirklich ist und nicht was sein könnte oder hätte sein sollen.

Dazu darfst du dir bewusstmachen, was genau DEIN Nein ist!

Und dir dann dieses Nein erlauben.

Du darfst „nein“ sagen.

Du darfst etwas nicht wollen.

Du darfst andere Menschen verurteilen.

Du darfst schlecht über andere und dich selbst denken.

Denn du tust es – wenn du es tust!

Das heißt nicht, dass es das Ziel ist, andere Menschen zu verurteilen etc. Nur, wenn du es tust, dann tust du es ja schon.

Du darfst so sein wie du bist – weil du es schon bist!

Jedes „Ja“ zu dem was ist, beendet den Teufelskreis des Leidens und bringt dich wieder zur dir zurück.

Und wenn du in der Nein-Schleife hängst, ist der Ausweg das JA zu deinem NEIN.

Bist du bereit dafür?

Marius Schäfer

Marius Schäfer

Persönlichkeits-Coach

Durch meine eigene Lebenskrise habe ich begonnen, mich damit auseinanderzusetzen, wie ich nachhaltig positive Veränderung in meinem Leben hervorrufen kann. Alles was ich weitergebe, habe ich an mir selbst erfahren und "erprobt".

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