Immer wieder begegnen mir Menschen, die nicht an ihre Gefühle herankommen. Ist das wirklich so? Und was ist die Folge davon, wenn ich nicht mit meinen Gefühlen in Verbindung bin?

Zuerst einmal möchte ich gerne mit dir Teilen, was für mich ein Gefühl ist. Da gibt es sicher verschiedene Ansichten und Modelle und dies hier ist das für mich stimmige.

Genauer gesagt unterscheide ich inzwischen in Empfindung (englisch sensation) und Emotion (englisch emotion).

Wenn wir im Deutschen von „Gefühl“ reden ist oft nicht eindeutig, ob eine Körperempfindung oder die Emotion gemeint ist.

„Ich fühle mich schwach“ oder „Ich bin unruhig“ beschreibt für mich kein Gefühl (Emotion), sondern eine Körperempfindung.

Die Empfindung ist eben auf rein körperlicher Ebene, die Emotion sitzt dahinter, quasi tiefer.

Die Emotionen werden natürlich körperlich gefühlt und wahrgenommen.

Die Empfindung ist rein körperlich und muss nicht zwangsweise mit einer Emotion verbunden sein.

„Mein Arm fühlt sich taub an“, „Ich habe ein unangenehmes kribbeln im Bein“, „Druck im Bauch, Enge im Hals“.

Eine Emotion ist flüchtig

Ich glaube was vielen nicht bewusst ist, dass eine Emotion etwas „flüchtiges“ ist. Das heißt, dass sie kurzlebig sind und nicht lange andauern.

Aus einem Missverständnis oder einer negativen Einstellung bestimmten Emotionen gegenüber, wollen viele diese Emotionen nicht haben und damit nicht fühlen.

Das Ablehnen der Emotion sorgt dafür, dass sie sich nicht verflüchtigen kann.

Das Ablehnen der Emotion ist wie eine Schranke auf einer Straße, die es ihr nicht möglich macht sich „aus dem Staub zu machen“.

Ein Energiestau ist die Folge.

Und dieser Energiestau macht sich dann körperlich bemerkbar machen.

Warum ist das so?

Weil du diese Schranke durch eine körperliche Verspannung aufbaust. Um zum Beispiel deine Trauer nicht fühlen zu müssen, wirst du deinen Bauch anspannen und deinen Hals „zu machen“.

Du kennst das bestimmt, dieses Unterdrücken von Weinen.

Das zu wiederholen hat eine Auswirkung auf deinen Körper.

Anspannung, Verspannung, einen dicken Hals.

Annehmen und Atmen

Wenn du allerdings der Emotion ihren Raum gibst und die Schranke oben lässt, dass kann sie einfach hindurchfließen und nach kürzester Zeit, das können nur einige Sekunden sein, ist der „Spuk“ schon wieder vorbei.

Wer bei mir schon mal Coachingsitzungen hatte, hat das eventuell schon mal so erlebt. Und es ist immer wieder schön, dass ich das miterleben darf: Wie jemand von der Ablehnung in die Annahme kommt und wirklich erlebt, was es heißt, zu fühlen.

Was kannst du tun, wenn du nicht an deine Gefühle herankommst?

Nun, es kann natürlich sein, dass da inzwischen so viele Schranken unten sind, dass die Angst, sie zu öffnen, erst einmal zu groß ist.

Dann darf eine nach der anderen geöffnet werden. Oder eine Schranke mal ganz leicht angehoben werden, so dass du eine Ahnung von dem bekommst, was da auf dich zukommt.

Wie bei einer gefüllten Badewanne, bei der du nicht genau weißt, ob das Wasser heiß oder kalt ist. Da hüpfst du nicht einfach rein – kannst du natürlich machen – allerdings halten wir in aller Regel doch erst einmal einen Finger rein und prüfen die Temperatur. Und wenn dann das „okay“ kommt, folgt die Hand und wenn dann das nächste „okay“ kommt, folgt der Arm und so weiter. Und jederzeit kannst du die Hand wieder rausziehen.

Und so ist es am Anfang mit dem „in die Gefühle eintauchen“.

Fühlst du wirklich nichts?

 

Und immer wieder begegne ich Menschen, die glauben einfach nur, dass sie nichts fühlen.

Weil sie eine bestimmte Erwartung haben, welches Gefühl jetzt da sein sollte.

Dabei bemerken sie nicht, dass ein anders Gefühl da ist.

Du kannst dich in so einem Fall fragen, was es mit dir macht, dass du nichts fühlen kannst.

Was löst es in dir aus, dass du nichts fühlst?

Und wenn da einfach nur eine Leere ist, dann erforsche die Leere. Fühle und atme dich in diese Leere.

Du kannst nur fühlen, wenn du atmest.

Den Atem anhalten heißt, nicht fühlen zu wollen.

Oder einfach nur den Schmerz wahrzunehmen.

Dabei ist der Schmerz ein Vorbote der Emotion dahinter.

Und viele Menschen bleiben in diesem Schmerz hängen.

Atmen, fühlen.

Und ja, es kann eine Herausforderung sein, zu fühlen.

Einfach, weil die Angst so groß ist. Weil es verlernt wurde. Weil die „Gefühlsleitungen“ verstopft sind.

Das Fühlen ist es, was uns menschlich macht. Das Fühlen ist es, was uns lebendig macht. Das Fühlen ist es, was uns verbindet.

Es ist okay, zu fühlen.

Atmen, Fühlen, Leben.

So wie du atmest, so lebst du.

So wie du lebst, so atmest du.

(Von unbekannt)

Nicht Fühlen zu können oder wollen – und ich rede nicht von Schmerz wahrnehmen – ist nur das halbe Leben, ohne Lebendigkeit.

Fühlen tut nicht weh!

Nicht fühlen wollen verursacht Schmerz.

Lebendig wirst du mit dem Annehmen und Fühlen deiner ganzen Gefühlsbreite.

Erlaube es dir.

Schritt für Schritt.

Marius Schäfer

Marius Schäfer

Persönlichkeits-Coach

Durch meine eigene Lebenskrise habe ich begonnen, mich damit auseinanderzusetzen, wie ich nachhaltig positive Veränderung in meinem Leben hervorrufen kann. Alles was ich weitergebe, habe ich an mir selbst erfahren und "erprobt".

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