Einmal Unendlichkeit und zurück - Marius Schäfer | Leben. Lieben. Lernen.

Als Kind habe ich immer wieder versucht, mir die Unendlichkeit vorzustellen. Räumlich und zeitlich. Und manchmal hatte ich das Gefühl, in die Unendlichkeit einzutauchen, ihr zumindest sehr nahe zu kommen und dann … dann stieg mein Verstand aus. Tilt, Knock-out, kurz vor dem K. o. kapitulierte er. Es ging nicht.

„Aber es muss die Unendlichkeit doch geben“, dachte ich mir. Immer wenn ich mir eine riesengroße Entfernung vorstellte, also wirklich, wirklich weit, weit weg, dann kam sofort der Gedanke: „Jahaaa, und was ist dahinter?“

Bis heute weiß ich nicht, was dahinter ist. Es gibt natürlich viele Theorien, die verschiedene Modelle beschreiben, sodass es ein in sich logisches System ist.

Doch alles, was ich weiß, ist, dass ich jetzt hier bin. Rein „subjektiv“ gibt es keine Entfernung und keine Zeit.

Ich bin immer da, wo ich bin. Und ich bin immer jetzt. Hier. Ich war noch nie irgendwo anders. Ich war immer da, wo ich war. Ich bin sozusagen immer mein Mittelpunkt des Geschehens. Erst wenn ich mich in Relation zu etwas setze, entsteht eine Distanz.

Und jetzt kommt das Paradoxe: Je näher ich mir bin, desto „unendlicher“ wird es für mich. Räumlich und zeitlich.

Wenn ich Raum und Zeit um mich herum loslasse, dann tauche ich in die Unendlichkeit ein.

Umgekehrt, wenn ich das Hier und Jetzt verlasse – was wiederum objektiv gesehen nicht geht ­–, begebe ich mich in einen begrenzten Raum. Ich selbst setze die Begrenzung.

Wenn ich ganz bei mir bin.

Wenn ich keinen Unterschied mache zwischen hier und dort.

Wenn ich nicht unterscheide zwischen heute und morgen.

Dann bin ich in der Unendlichkeit.

Wo bin ich?

Ich kann ja nur bei mir sein. Ich kann so tun, also ob ich woanders wäre. Ich kann gedanklich woanders sein. Aber ich bin immer noch da, wo ich bin. Ich nehme das Ganze immer noch aus einer Ich-Perspektive ein. Auch wenn ich das Geschehen aus der Sicht von jemand anderem betrachte, bin das immer noch „ich“, der das sieht. Ich kann etwas nicht aus zwei Perspektiven gleichzeitig wahrnehmen.

Es gibt kein Morgen und kein Gestern. Ich bin noch nie einem begegnet. Immer nur dem Heute.

Doch im Hier und Jetzt kann ich mir eine Vorstellung von Morgen und Gestern kreieren.

Wir können zusammen Zeit verbracht und dasselbe erlebt haben. In unserer Erinnerung und Interpretation werden wir nicht dasselbe erlebt haben. Für dich war der Himmel vielleicht wunderschön blau, für mich waren da zu viele Wolken am Himmel. Du siehst den Himmel, ich die Wolken.

Die Wolken von gestern sind heute in meinem Kopf und das betitle ich dann als Gestern. Und da ist kein Gestern. Wenn ich glaube, da ist ein Gestern, dann erschaffe ich einen zeitlichen Raum zwischen Heute und Gestern. Ich sage dann so etwas wie „zwischen Heute und Gestern liegen 24 Stunden“.

Wo ist dieser Raum? Wo sind die 24 Stunden hin?

„Vergangen“ oder „Vergangenheit“ wirst du vielleicht sagen.

Ich frage: Wo ist dieser Raum jetzt?

Und ich sage, er ist nicht da. Er war auch nie da und wird nie da sein. Zwischen jetzt und jetzt gibt es keine Lücke.

Und weil er nie da ist und nie da war, kann er auch nicht vergehen.

Heute, morgen, gestern

Wenn ich in heute, gestern und morgen denke – und da ist nichts Falsches dran – erschaffe ich beschränkte, zeitliche Räume: Die Endlichkeit.

Ich trenne etwas, das sich nicht trennen lässt. Es ist quasi rein virtuell. Es ist eine Vorstellung.

Wenn ich das nicht mache, wenn ich nicht das teile, was sich nicht teilen lässt, wenn ich nur das wahrnehme, was jetzt ist, erschaffe ich keine Endlichkeit.

Der Moment, das Jetzt, ist endlos.

Wenn ich es schaffe, meine Vorstellungen, meine erschaffenen Begrenzungen loszulassen, tauche ich wieder ein in den Moment der Unendlichkeit.

In die unendliche Stille.

In das grenzenlose Universum.

Dann bin ich eins mit allem.

Die Unendlichkeit liegt nicht weit, weit weg.

Sie ist genau hier.

Sie ist genau jetzt.

Marius Schäfer

Marius Schäfer

Persönlichkeits-Coach

Durch meine eigene Lebenskrise habe ich begonnen, mich damit auseinanderzusetzen, wie ich nachhaltig positive Veränderung in meinem Leben hervorrufen kann. Alles was ich weitergebe, habe ich an mir selbst erfahren und "erprobt".

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